Archive for Mai, 2012

29. Mai 2012

„Kriminell“ und „asozial“. Aspekte der Verfolgung von „Gemeinschaftsfremden“ und ihr Bild nach 1945 Vortrag und Diskussion mit Sylvia Köchl, Freie Politikwissenschaftlerin und Aktivistin der Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen

Abstract (Sylvia Köchl)

Im ersten Teil werde ich einen kurzen Überblick über die Verfolgungssituationen von als „asozial“ und „kriminell“ stigmatisierten Menschen geben.

Danach stelle ich die Frage, warum im Kontext der Frauengeschichtsforschung und der feministischen Forschung, aber auch in aktivistischen Zusammenhängen diese Verfolgtengruppen lange Zeit nicht beachtet wurden.

Ausgehend von meiner eigenen Forschung zu Frauen, die im KZ Ravensbrück als „Berufsverbrecherinnen“ inhaftiert waren, kann ich weitere damit zusammenhängende Probleme aufzeigen. Eine konkrete Folge dieser Lücke in der Beschäftigung mit KZ-Opfern ist z.B. die Tatsache, dass es kaum Interviews mit bzw. Selbstzeugnisse von Betroffenen gibt. Welche Quellen stehen uns also zur Verfügung und wie sollte mit diesen Quellen aus feministischer Sicht umgegangen werden? Und was haben tradierte Geschlechterbilder, der problematische Umgang mit Frauen als NS-Täterinnen sowie Mängel in der Täter*innen-Forschung insgesamt damit zu tun, dass die Beschäftigung mit diesen Opfern bis heute so schwierig erscheint?

Schließlich muss auch gefragt werden, welche Auswirkungen die kontinuierliche Diskriminierung dieser Opfergruppen nach 1945 hatte und warum der Kampf um deren Anerkennung so langwierig und bis heute nicht abgeschlossen ist.

Donnerstag, 31.05.2012, 18 Uhr, Seminarraum IE, Institut für Afrikawissenschaften, Campus AAKH Hof 5, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien

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7. Mai 2012

Homosexualität(en) und Nationalsozialismus Vortrag und Diskussion mit Gudrun Hauer, Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien

Ein wichtiges Charakteristikum der Geschlechterpolitik des NS-Staates war die Kriminalisierung der – männlichen – Homosexualität in der Form des § 175. Dieser war allerdings keine „Erfindung“ der NS-Strafrechtler, sondern er wurde 1871 ins deutsche Strafrecht eingeführt. In Österreich kriminalisierte der § 129a gleichgeschlechtliche Sexualakte bei beiden Geschlechtern. Basierend auf neuesten Forschungsergebnissen konnen wir eine gezielte Verfolgungspolitik gegenüber homosexuellen Männern feststellen, die Verwendung des Begriffes „Homocaust“ als Analogon zum Holocaust ist allerdings  unzulässig. Der Zugriff des NS-Staates auf die Geschlechter war unterschiedlich: Homosexuelle Frauen waren tendenziell stärker von „weichen Diskrriminierungsformen“ betroffen, homosexuelle Männer tendenziell stärker von „harten Formen“ der Diskriminierung.

Im ersten Teil meines Vortrages werde ich die wichtigsten historischen Fakten zur Homosexualitätspolitik des NS-Staates vortragen – unterschieden nach Deutschland und Österreich sowie unterschieden zwischen homosexuellen Frauen und Männern. Ich werde weiters auf den Umgang der Republik Österreich mit den homosexuellen Opfern des Nationalsozialismus eingehen und Beispiele für die Erinnerungs- und Trauerarbeit der Lesben- und Schwulenbewegung in diesem Kontext behandeln. Abschließend werde ich ein politisch-theoretisches Analysemodell vorstellen, das begründet, warum der NS-Staat Lesben und Schwule unterschiedlich behandelte.

Donnerstag, 10.05.2012, 18 Uhr, Seminarraum IE, Institut für Afrikawissenschaften, Campus AAKH Hof 5, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien

7. Mai 2012

“Das Konzentrationslager als Ort sexualisierter Gewalt” Vortrag und Diskussion mit Helga Amesberger, Institut für Konfliktforschung Wien: zum Nachhören

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